Erfahrungsaustausch/Treffen in Bafoussam

Akteure im Bereich der schulischen Unterstützung für Flüchtlingskinder

                                  Bon Secours (zusammen mit den Partnern Barmherzigkeit e.V., KamerunGo! und Hope & Life Cameroun) ermöglicht seit zwei Jahren einer größeren Anzahl von Flüchtlingskindern in Kamerun den Schulbesuch. Auf Initiative von Georg Schorn und mit der finanziellen Unterstützung von Bon Secours trafen sich im November alle Akteure für ein Wochenende, um sich auszutauschen und die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre zu evaluieren. Das Treffen wurde von Samuel Mpome (Hope & Life) und Heike Neulist-Foaleng (Academie Camerounaise des Formations Bafoussam) organisiert.

                                  Bon Secours will durch ein solches Treffen die Kommunikation der Partner und Akteure untereinander fördern und durch den Austausch von Erfahrungen und Ideen die Projektarbeit verbessern. 


                                  Odoo-Bild- und -Textbaustein

                                  Das Treffen war aus der Sicht aller Beteiligten ein voller Erfolg. Alle Teilnehmer können so auf die eine oder andere Weise profitieren und auch ihre Sicht auf die zu leistende Arbeit verändern. Es ist sehr ermutigend für die zukünftige Zusammenarbeit, dass es keinen einzigen Moment der Gleichgültigkeit gab, sondern dass ein Gefühl der gegenseitigen Unterstützung alle beseelte. Dass alle Teilnehmer schon jetzt vom "nächsten Treffen" sprechen, spricht für sich.


                                  Im diesem Flüchtlingsprojekt sind vier Akteure in Kamerun beteiligt. Jede Organisation hatte bei diesem Treffen die Möglichkeit, ihre Aktivitäten, aber auch ihre Probleme und Grenzen darzustellen und Erfahrungen auszutauschen. 

                                  Das Treffen fand in Bafoussam an einem Wochenende statt. Es nahmen insgesamt 10 Teilnehmer teil. Im Vordergrund stand nicht nur ein theoretischer Austausch, sondern auch ein praktischer Austausch mit vielen Übungen.

                                  Hier eine Zusammenfassung des Berichtes:

                                  Freitag, 13.11.2020

                                  Von 18 bis 21 Uhr gab es bei einem gemeinsamen Abendessen die Möglichkeit, sich kennenzulernen und erste Informationen über den Ablauf der kommenden Tage auszutauschen

                                  Samstag, 14.11.2020

                                  Nach dem Frühstück stellte jede Gruppe ihr Projekt vor:

                                  1. Mit wie vielen Kindern wird gearbeitet

                                  2. Was sind die Auswahlkriterien

                                  3. Was bieten wir an

                                  4. Mit welchen Schwierigkeiten sind wir konfrontiert


                                  Nach jeder Präsentation stellten die Teilnehmer Fragen und diskutierten Herausforderungen und Chancen sowie eigene Erfahrungen. Es wurde den Teilnehmern der Raum gegeben, die Ideen, die sie aus den Präsentationen erhalten hatten, für sich selbst zu bearbeiten, um Aufgaben in ihren Projekten zu ändern oder auch neue hinzuzufügen.


                                  Es wurde danach intensiv über psychologische Themen gesprochen, die für den Umgang mit traumatisierten Flüchtlingskindern elementar sind:

                                  1. Definition Trauma und Stress

                                  2. Reaktionen auf bewaffnete Konflikte

                                  3. Bewaffnete Konflikte und geschlechtsspezifische Gewalt

                                  4. Definition von Resilienz*

                                  5. Faktoren zur Stärkung der Resilienzfähigkeit

                                  Die Teilnehmer sollten in der Lage sein, ihre Zielgruppe zu verstehen und sie entsprechend zu unterstützen. Bestimmte Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen können die Umwelt verwirren und entmutigen. Unsere Aufgabe ist es aber, diese Verhaltensweisen in ihrem Kontext verstehen zu können und unterstützend einzugreifen.

                                  Auch die Förderung von Resilienz ist nur möglich, wenn wir wissen, was Resilienz bedeutet und welche Faktoren unterstützend wirken.

                                  *Es gibt nicht die eine Resilienz Definition. Im Wesentlichen geht es um die Flexibilität im Umgang mit Stress, die Regulation und Regeneration von Stress und um Krisen gesund zu meistern.

                                  Danach ging es um die praktische Umsetzung der oben aufgeführten theoretischen Grundlagen:

                                  1. Welche Schlussfolgerungen müssen Lehrer daraus für ihren Umgang mit den Kindern in der Schule ziehen? 

                                  2. Was müssen die betroffenen Eltern bei der Kindererziehung beachten?

                                  3. Welche besonderen Anforderungen müssen bei der Erziehung von Mädchen gestellt werden?

                                  4. Mit welchen Problemen werden Jungen konfrontiert?

                                  Sonntag, 15.11.2020

                                  Der dritte Tag begann mit einem Input über Techniken zur psycho-sozialen Unterstützung mit Kindern.

                                  Dazu wurden verschiedene Methoden von Spielen, Interventionen und Aktivitäten erklärt, um die Schmerzmomente, die belastenden Erinnerungen und den Stress hervorzuholen und sich davon zu befreien oder zu wissen, wie man damit umgehen kann. Diese wurden in der Gruppe geübt.