Das Projekt „Bon Secours“ wurde 1958 von Herrn Prof. Dr. René Essomba ins Leben gerufen, um einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung Kameruns zu leisten.

Dr. René Essomba



Wie der Name des Projekts (Gute Hilfe) besagt, hatte Prof. Essomba sich zum Ziel gesetzt, jedem bedürftigen Kranken Zugang zu medizinischer Behandlung zu ermöglichen, auch wenn dieser kein Geld hatte, um die Behandlung zu bezahlen. Prof. Essomba war der erste Facharzt für Chirurgie in Kamerun.  Er  gründete  die kamerunische Ärztekammer und war viele Jahre auch deren 1. Vorsitzender.

Um sein Projekt zu verwirklichen, baute Prof. Essomba mit eigenen Mitteln die „clinique du bon secours“. Leider starb  er  1998  ganz  plötzlich, ohne  sein  Projekt vollenden zu können.

Da niemand da war, der seine Arbeit weiterführte, wurde der Krankenhausbetrieb eingestellt. Das Krankenhausgebäude zerfiel zusehens. Durch das feuchtwarme Klima wurden die technischen Anlagen in Mitleidenschaft gezogen, das Dach wurde undicht, so dass Feuchtigkeit in das Gebäude eindringen konnte und somit große Schäden verursachte.


Dr. Rene Essomba - Krankenhaus Bon Secours
Dr. Renè Essomba, dessen Vater im Jahre 1985 den Grundstein für das Krankenhaus setzte, ist Gründungsmitglied unseres Vereins, seit 2012 in Yaoundé vor Ort und stets mit uns in Kontakt.

Dr. René Essomba, ein Sohn von Prof. Essomba, studierte hier in Deutschland Medizin. Er ist ausgebildeter Facharzt für Unfallchirurgie und  arbeitete jahrelang als Oberarzt der Unfallchirurgie im St.Josef Krankenhaus in Adenau. Bei seinen Besuchen in Kamerun hat er immer wieder Menschen kennengelernt, die aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung behindert oder verkrüppelt sind. Im Laufe der Jahre wuchs bei ihm der Wunsch, diesen Menschen in Kamerun zu helfen.


„Bei einer Heimatreise im Jahr 2005 habe ich beispielsweise eine arme Frau gesehen, die sich ca. 7 Monate zuvor die Schulter ausgekugelt hatte. Kein Arzt hatte ihr helfen können. Sie hatte solche Schmerzen, dass sie nachts kaum schlafen konnte und in diesen 7 Monaten  ca. 35 kg abgenommen hatte.
Noch schlimmer war der Fall einer über 70-jährigen Patientin, die aus über 50 km Entfernung mit dem Buschtaxi kam, um mir Röntgenbilder Ihres Unterschenkeltrümmerbruchs nach einem Sturz ca. 3 Wochen zuvor zu zeigen. Kein Arzt hatte ihr helfen können, ihr wurde lediglich Krankengymnastik empfohlen. Das Bein war mit Spannungsblasen um das Doppelte angeschwollen. Sie erzählte mir, sie müsse trotzdem ihren Haushalt weiterführen. Sie wünschte sich nur gute Schmerzmittel und eine Gehhilfe.“

Dr. Essomba hat sich dazu entschlossen, nach Kamerun zurückzugehen, um das Projekt seines Vaters zu vollenden und weiterzuführen.

Unser Verein hat ihm bei diesem Vorhaben unterstützt und das Krankenhaus durch Sachspenden eingerichtet. Viele Geräte, Möbel und Utensilien wurden gesammelt und 2012 und 2014 mit Containern nach Kamerun verfrachtet. Seit Mitte 2013 hat das Krankenhaus seinen Betrieb aufgenommen.