Newsletter November 2016

Der Container mit der Wasseraufbereitungsanlage, den wir Ende September nach Kamerun geschickt haben, ist leider noch immer nicht im Krankenhaus angekommen. Die einzige Straße nach Fontem ist aufgrund der Regenzeit noch immer unbefahrbar.

Caleb Songsare, der den Transport organisiert, hat versucht, mit dem Motorrad nach Fontem zu kommen und musste unterwegs umkehren, weil es kein Durchkommen gab. Die Straße ist nicht asphaltiert und von den vielen Regenfällen völlig ausgewaschen. Der Container wird jetzt in einer Schule, ca. 60 km von Fontem zwischengelagert und dann nach Fontem gebracht, sobald es

die Straßenverhältnisse zulassen.

Der zweite Transport dieses Jahr steht auch bereits in den Startlöchern. Der Container steht bereits in Hamburg beim Spediteur und wartet darauf, beladen zu werden. Wir nehmen wieder Sachen für 5 Krankenhäuser mit, außerdem eine komplette Einrichtung für eine Ambulanz-Station, die ein studentischer Hilfsverein aus München im Osten Kameruns gebaut hat und die jetzt eingerichtet werden soll.

 

Uns erreichen manchmal auch traurige Nachrichten. In einem einem unserer Krankenhäuser standen vor einigen Wochen ein junges Ehepaar mit zwei Frühgeburten vor der Tür. Dieses Krankenhaus ist für die Versorgung von Frühgeburten nicht ausgestattet. Es hatte leider keinen Inkubator, der für die Behandlung dringend notwendig gewesen wäre. Die beiden jungen Eltern hätten eigentlich in das Kreiskrankenhaus gehen müssen, da es dort einen Inkubator gegeben hätte. Der Vater sagte aber, er wäre nicht dorthin gegangen, da er kein Geld hätte und in Afrika ist es leider so, dass ohne Geld in den meisten Krankenhäusern keine Behandlung stattfindet. Er wusste, dass in diesem Krankenhaus auch Menschen behandelt werden, die kein Geld haben und er sagte, er wolle seine Kinder lieber dort sterben lassen, als den Weg zu dem Kreiskrankenhaus zu machen und dort abgewiesen zu werden. 

Als weiteres Problem kam hinzu, dass die Mutter HIV-positiv ist und es insofern ganz wichtig gewesen wäre, dass sie die Kinder möglichst schnell abstillt, um das Risiko zu minimieren, dass sich die Kinder bei ihr anstecken. Dies war aber nicht möglich, da sie kein Geld hatten,

um Babynahrung zu kaufen. Beide Kinder sind leider nach einigen Tagen gestorben.

Wir versuchen jetzt, für dieses Krankenhaus einen Inkubator zu organisieren, damit in der Zukunft solche Frühgeburten vielleicht überleben können.

 

Wir erzählen diese Geschichte, damit ihr euch ein Bild von der Situation in Afrika machen könnt. Und damit ihr seht, dass die Hilfe, die wir leisten sicher nicht die grundlegenden Probleme in Afrika lösen kann, aber eben doch dafür sorgen kann, dass doch der eine oder

andere Mensch überlebt. Wir denken, dass sich unsere Mühe für jeden Menschen, den wir retten können, bzw. der durch unsere Hilfe ein besseres und längeres Leben hat, auszahlt.