Informationen über Josiane Inès A. 05-2016

Josiane Inès A. wohnt im südlichen Stadtteil Nkolndongo in Kameruns Hauptstadt Jaunde. Ursprünglich stammt die 35jährige allerdings aus Mokolo in einer Region im Hohen Norden. Der Hohe Norden ist in Kamerun für seine schwierigen Lebensbedingungen begannt, nicht zuletzt wegen der Infiltrierung durch das Netzwerk Boko Haram. Josiane ist Grundschullehrerin. Obwohl sie verheiratet ist, hat sie keine Kinder, was in Kamerun generell eher argwöhnisch betrachtet wird und das Leben der Kinderlosen erschwert.

Motorradtaxi
Motorradtaxi

Im Jahr 2010 hatte Josiane einen Unfall, als sie auf einem Motorradtaxi zur Arbeit fuhr. Motorradtaxis sind die am häufigsten genutzten Transportmittel im Norden, da sie sowohl günstig sind, als auch auf den schlechten Straßen gut fahren können. Die schlechte Infrastruktur machen viele Wege besonders in der Regenzeit unzugänglich für Autos. Das Problem ist, dass die meisten Kameruner ohne schützende Kleidung fahren und sich häufig die Taxis zu dritt oder viert teilen. Obwohl Josiane den Unfall überlebte, litt sie seitdem an starken Schmerzen im Unterarm, die ihn immobilisierten.


Die chronischen Schmerzen hinderten Josiane fortan, ihre Arbeit als Lehrerin auszuüben. Es ist nicht selten, dass Grundschullehrer sich um bis zu 100 Kinder pro Klasse alleine kümmern müssen. Da Josiane nicht mehr schreiben konnte, wurde ihr letztendlich gekündigt. Hinzu kam, dass Josianes Mann mit der Situation überfordert war und sie verließ. Da sie ihr Haus nicht weiter finanzieren konnte und das kamerunische Sozialsystem kaum Unterstützung in Krankheitsfälle bietet, beschloss Josiane nach Yaoundé zu ihrer Mutter zu ziehen. In Kamerun sind die Beziehungen innerhalb der Familien unter anderem auch so eng, da sie als soziale Sicherung einspringt.

Dr. René Essomba mit Josiane Inès A.)
Dr. René Essomba mit Josiane Inès A.

Für Josiane verbesserter der Umzug nur wenig. Sie litt stark unter der Abhängigkeit und fühlte sich unwohl dabei ihrer Mutter zur Last zu fallen. Ihr Arm erlaubte es ihr nicht, die täglich anstehende Hausarbeit zu erledigen. Da die meisten Kameruner ihren Abwasch und ihre Wäsche mit der Hand waschen, ist die Arbeitslast einer weiteren Person schon bemerkbar. Josianes Schmerzen waren zudem so stark,
dass sie sich nicht einmal mehr selbst ankleiden oder waschen konnten.

 

In 2010 und 2012 wurde Josiane zwei Mal in Yaoundé operiert. In beiden Fällen verbesserten sich die Schmerzen nicht. Da Josiane nicht arbeiten konnte, musste sie sich verschulden, um die Operationen zahlen zu können.


Zu den physischen Schmerzen mischten sich zunehmend psychologische. Der Misserfolg der vorangegangen Operationen ließen Josiane vier Jahre später zögern, als sie durch Dr Rene Essomba die Möglichkeit erhielt, sich ein drittes Mal operieren zu lassen. Letztendlich entschied sie sich glücklicherweise dafür. Dr Essomba und sein Team konnten dieFunktionalität des Armes fast vollständig wieder herstellen.


Mittlerweile ist Josiane bereit, wieder über die Zukunft nachzudenken. Sie hofft, wieder als Lehrerin arbeiten zu können und in eine eigene Wohnung zu ziehen und vielleicht auch endlich die Familie zu gründen, die sie sich wünscht.

vor der Operation
vor der Operation
nach der Operation
nach der Operation

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Informationen über Josiane Inès A. 05-20
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